Neubau Gemeindewerk, Baiersbronn

Vorbildfunktion bei Energie- und Wasserversorgung

Baiersbronn besitzt eine lange baukulturelle Tradition, die sich über Jahrhunderte entwickelt und verfeinert hat. Holzkonstruktionen aus heimischem Holz, der Schindelschirm aus der „Baiersbronner Schindel“, die klare Kubatur der Gebäude und eine schlichte Fassadengliederung mit Fensterläden. Diese traditionellen Gebäude prägen bis heute das Ortsbild. Der Neubau der Gemeindewerke Baiersbronn, soll ein Leuchtturmprojekt werden, das diese Potentiale exemplarisch aufzeigt.

KONZEPT – Baukultur und regionale Baustoffe

Der Entwurf bezieht seine gestalterischen Prinzipien deshalb allesamt aus dieser Tradition und übersetzt sie in eine zeitgemäße Gestaltung für einen Gewerbebau. Dies gilt für alle Maßstäbe: Von der städtebaulichen Positionierung, über die Kubatur bis hin zur Materialauswahl und der Konstruktion aus ausschließlich heimischem Holz. Der Neubau der Gemeindewerke erzeugt somit lokale Wertschöpfung und schafft darüber hinaus Identität, sowohl bei den Mitarbeitern als auch mit dem Ort an sich.

GEBÄUDE – kompakte Form, optimierte Flächen

Das Gebäude unterteilt sich in einen dreigeschossigen Kopfbau mit Verwaltung und Besucherbereich und einen unbeheizten eingeschossigen Flachbau, in dem sich hauptsächlich die Garagen und die Außenlager befinden. Der Verwaltungsbau positioniert sich zur Straße hin, gibt dem Gesamtgebiet eine Adresse und bildet ein klares städtebauliches Gegenüber zum Wasserkraftwerk, das sich auf der anderen Straßenseite befindet.

ENERGIEKONZEPT - Lowtech und maximal regenerativ

Die Gemeindewerke kümmern sich um die Energie- und Wasserversorgung in der Gemeinde. Dadurch soll auch das Gebäude bei diesen Themen eine Vorbildfunktion einnehmen. Grundsätzlich nutzt das Gebäude zunächst alle architektonischen Möglichkeiten, um eine effiziente Grundvoraussetzung auszubilden: Das Wand/Fensterverhältnis ist ausgewogen, alle Fensterflächen lassen sich außenliegend verschatten. Die kompakte Gebäudeform hat ein gutes A/V-Verhältnis. Durch die Öffnungsflügel für die Nachtauskühlung, lässt sich auf unnötige Gebäudetechnik verzichten, indem das Gebäude auf einfache Art gekühlt werden kann. Der beheizte Gebäudeteil ist zusammenhängend geplant und reduziert die zu beheizende Fläche auf ein Minimum. Durch die hochgedämmte Fassade reduziert sich zudem benötigte Heizenergie.

Bauherr: Gemeinde Baiersbronn
Projektart: Wettbewerb
Typologie: Verwaltungsbau, Gewerbebau
Ort: Baiersbronn
BGF: 2420m²
Architekten: Partner und Partner Architekten
Team: Jeroen Meissner, Chary Lueke, Cansu Yener