nominiert für den Materialpreis 2017

Wirtshaus zur Sieberei, Baiersbronn

Gasthaus im Schwarzwald

In direkter Nachbarschaft der plätschernden Rotmurg in Baiersbronn entstand ein neues Wirtshaus mit einer markanten Schwartenschalung. Die Schwarte von lokalen Baumstämmen wurde für die Fassadenschalung mit einer natürlichen Tropfkannte genutzt, welche üblicherweise durch das Zuschneiden von Bohlen als Reststoff im Sägewerk anfällt. Im bestehenden Nachbargebäude entstanden bescheidene Gästezimmer für Naturwanderer, welche hier den Baustoff Holz in besonderer Weise erleben können.

Behutsam einfügen Städtebaulich fügt sich das neue Gebäude behutsam in den Bestand. Es greift dabei die ortsübliche Kubatur und Dachform mit Gauben auf. Der Sockel des Gebäudes besteht aus wiederverwendetem Sandstein. Der besondere Einsatz von lokalem Holz verleiht dem Gebäude gleichzeitig einen Hauch von Poesie. Das Wirtshaus verfügt über einen großzügigen Gastraum der sich über zwei Etagen erstreckt und über eine weitläufige Terrasse bis an die Rotmurg sich erweitert. Hier kann neben dem plätschernden Wasser und einem Panorama einer schwarzwälder Wiesenlandschaft gespeist und getrunken werden. Der Innenraum ist geprägt von einer traditionellen Holzkonstruktion aus Schwartenbalken in lokaler Zimmermannsmanier. Der Tresen besteht wie der Sockel des Gebäudes aus wiederverwendeten Sandsteinen. Die weißen Oberflächen der Holzständeraußenwände bilden einen harmonischen Kontrast zu der sichtbaren, handwerklichen Konstruktion.

Bauherr: Privat
Typologie: Gastronomie
Ort: Baiersbronn, Deutschland
BGF: 650 m²
Fertigstellung: 2016
LPH: 1-9
Architekten: Partner und Partner Architekten
Team: Klaus Günter, Jörg Finkbeiner, Jeroen Meissner, Silvia Grossinger
Statik: Ziegert | Seiler Ingenieure
Holzbau: Holzbau Günter
Rohbau: Finkbeiner Bauunternehmung
Fotos: Ulrike Klumpp, Klaus Günter