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1,5°-Lab

Wir müssen über den Tellerrand des Möglichen hinausblicken

Uns ist klar, unser Handeln am 1,5°-Ziel auszurichten klingt in Anbetracht der Lage in der sich die Erde befindet verwegen. Wir wissen das. Wir fragen uns aber auch: Ist es eine Option, sich deshalb mit einer 2° oder 3°-Welt abzufinden? Oder sollten wir nicht gerade deshalb unser Handeln an dem ausrichten, was nötig ist? Bei allem Pragmatismus und Realismus, der unserer Arbeit zu Grunde liegt, versuchen wir das in unserem 1,5-Grad Lab. Dort bündeln wir alle Forschungsaktivitäten sowie den Material- und Bau-Elemente-Research. Dabei ist uns klar, dass das Erreichen dieses Ziels kein reines Bilanzierungs- und Rechenmodell sein kann. Sondern ein überlegt eingesetzter Teil eines umfassenden Transformationsprozesses, der viele Fragen unserer Gesellschaft berührt – zum Beispiel nach Flächenverbrauch, Standards und Komfortansprüchen. Und auch nach sozialer Gerechtigkeit. Diesen Prozess wollen wir als Architektinnen und Architekten konstruktiv und proaktiv begleiten. Wir denken pragmatisch, wollen Lösungswege aufzuzeigen und Probleme in die Debatte einbringen. Neben der regulären Planung unserer Projekte arbeiten wir in Forschungsprojekten mit diversen Projektpartnern und Universitäten. In der Regel in Zusammenhang mit einem konkreten Planungsprojekt. Zudem tragen wir unsere Erfahrungen aus der Praxis in diverse Organisationen hinein, informieren bei Vorträgen und im direkten Austausch mit der Politik. Der Fokus liegt darauf, Fragestellungen zum Bauen der Zukunft zu benennen und zu kommunizieren. Und so tun, was wir tun können.

Agenda 1,5

Woodscraper - Hochhäuser aus Holz und Stroh

Im Rahmen der Planung zweier Holzhochhäuser in Wolfsburg haben wir zwei Forschungsprojekte auf den Weg gebracht. Derzeit untersuchen wir über die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) zusammen mit ee concept, CAALA und dem Natural Building Lab der TU Berlin, wie eine regenerative Energieversorgung, kreislauffähige Konstruktionsweisen und planungsbegleitende Ökobilanzierung im Gebäudebereich möglich sind.

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Haus ohne Dämmung

Im Auftrag der evangelischen Stiftung Schönau entstehen in Brühl bei Heidelberg vier Mehrfamilienhäuser in unterschiedlichen Holzbauweisen. Im Rahmen eines begleitenden Forschungsprojektes der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wird die Zukunft des Holzbaus im Mietwohnungsbau untersucht: Welche Voraussetzungen braucht diese Konstruktionsweise? Wie können “graue Energien“ beim Bauen so gering als möglich gehalten werden? Wie gelingt es für die Energieversorgung möglichst nur erneuerbare Quellen zu integrieren – und das wirtschaftlich erfolgreich? Eines der vier Gebäude plant Partner und Partner, es wird mit einer Luft-Kollektorfassade in leimfreier Massivholzkonstruktion hergestellt. Das Holz stammt zum großen Teil aus stiftungseigenem Forstbetrieb.

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Bauen mit Laubholz

Die Stadt Ettlingen verfolgt mit ihrem Klimaschutzkonzept das Ziel, die Treibhausbilanz künftiger Quartiere in den Mittelpunkt zu stellen und dafür innovative Ansätze von Quartierslösungen frühzeitig bei der Konzeption zu berücksichtigen.

Holz wird wegen seiner Nachhaltigkeit und CO2-Speicherfähigkeit oft in tragenden Konstruktionen eingesetzt, wobei fast ausschließlich schnell wachsendes Nadelholz verwendet wird. Aufgrund des Klimawandels und der Veränderungen in deutschen Wäldern nimmt der Nadelholzanteil jedoch ab. Als nachhaltige Alternative bietet sich der Einsatz von Laubholz, insbesondere Buchenholz, im Hochbau an. Buchenholz, für das bereits Normen existieren, hat bessere statische Eigenschaften als Nadelholz und speichert etwa 30% mehr CO2. Trotz seiner Vorteile wurde Buchenholz historisch selten als Bauholz genutzt, unter anderem wegen der langen Trocknungszeit und Feuchteempfindlichkeit. Erfahrungen mit Buchenholz in der Bauindustrie sind daher begrenzt.

Ziel der Forschung ist es, durch die Buchenholznutzung ein ressourceneffizientes Holzbausystem mit wiederverwendbaren Konstruktionen zu entwickeln. Durch die Veränderung der Bauweise kann die im Holzbau genutzte Holzart an die klimatische Entwicklung angepasst werden, anstatt mit verlängerten Lieferwegen (z.B. skandinavisches Fichtenholz) aber der gleichen Bauweise zu verfahren. So wird die lokale Holznutzung gefördert und kleine und mittelständische Betriebe in der Region werden gestärkt. Durch die Einbindung der Vergabeprozesse für öffentliche Ausschreibungen in die Forschung soll eine Übertragbarkeit und Skalierung auf andere Gemeinden sicherstellt werden.

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Strohbau in Gebäudeklasse 4

Bezahlbaren Wohnraum in ökologischen Gebäuden schaffen – das ist die Zielsetzung des Projekts „Palazzo Tübingen“. Geplant sind rund 70 Wohnungen in Holzbauweise verteilt auf drei Baukörper. Die Bewerbung für eine Aufnahme in das Holz-Innovativ-Programm betrifft das zentral positionierte Gebäude B, das ein Pionierprojekt für den mehrgeschossigen Holz-Stroh-Lehmbau (GK4) werden soll.

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